Entwicklungspolitik Bundesweit

Entwicklungspolitik – oder Entwicklungszusammenarbeit (EZ) – umfasst auf Bundesebene ein breites Spektrum von staatlichen und nicht staatlichen Organisationen und Institutionen. Zu letzteren zählen die Nichtregierungsorganisationen (NRO) – Kirchen, eine Vielzahl von Gruppen, Vereinen, Netzwerken und Verbänden und die parteinahen politischen Stiftungen. 
Die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren spielt eine seit Jahren wachsende Rolle. Die staatliche Ebene profitiert z.B. von der Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Mobilisierungskraft von NRO und Kirchen, während diese wiederum finanzielle Förderung aus verschiedenen öffentlichen Programmen beantragen können, ohne die viele Aktivitäten nur schwer zu realisieren wären. 
Auch ELAN erhält Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Nichtregierungsorganisationen (NRO)

agl – Arbeitsgemeinschaft der 
Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V.

In allen 16 Bundesländern haben sich rund 3.000 Eine-Welt-Initiativen zu Landesnetzwerken zusammengeschlossen. Deren Mitgliedsorganisationen sind kleine NRO, lokale Initiativen und Netzwerke, regionale Zentren und Regionalgruppen großer NRO.
 Die Landesnetzwerke vertreten ihre gemeinsamen Positionen gebündelt gegenüber Politik, Verwaltung und anderen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen. 
Auf Bundesebene arbeiten die Landesnetzwerke in der Arbeitsgemeinschaft der Landesnetzwerke (AGL) zusammen. Sie sind Mitglied im Verband Entwicklungspolitik deutscher NRO (VENRO).

Koordination:
Petra Leber, Umweltzentrum
Hausmannstr. 9–10

30159 Hannover
Tel.: (0511) 1 23 19 83, Fax: (0511) 39 16 75
info [at] agl-einewelt [dot] de
www.agl-einewelt.de

Venro – Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen

VENRO ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 100 deutschen NRO. Die meisten von ihnen sind bundesweit tätig. Lokale und regionale Initiativen werden innerhalb von VENRO durch die NRO-Landesnetzwerke (wie z.B. ELAN für Rheinland Pfalz) repräsentiert. Die Landesnetzwerke sind über agl bei VENRO vertreten und repräsentieren weitere 3000 große, mittlere und kleine Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit.

Manche Landesnetzwerke sind auch zusätzlich selber Mitglied von VENRO. Die VENRO-Mitglieder sind private und kirchliche Träger der Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. VENRO verfolgt das Ziel einer zukunftsfähigen Entwicklungspolitik im Sinne der Agenda 21 und setzt sich für eine globale Strukturpolitik ein. Der Verband engagiert sich für eine Entwicklungspolitik, die alle Politikbereiche einbezieht und gesamtgesellschaftlich verankert ist. Über die Hompage von VENRO finden sich Links und Informationen zu fast allen wichtigen entwicklungspolitischen NRO in Deutschland.

www.venro.org

Kirchen und kirchliche Entwicklungsdienste

sind ebenfalls Mitglieder von VENRO bzw. auf der Ebene der 16 Bundesländer in den entsprechenden Landesnetzwerken.

Kirchen sind aufgrund ihrer langjährigen Partnerschaften und Erfahrungen in Asien, Afrika und Lateinamerika, ihrer Mobilisationskraft und ihrer Fähigkeit, das Bewusstsein der Öffentlichkeit auch weltweit zu beeinflussen wichtige Akteure in der großen 'Familie' der NRO. Sie sind Mitbegründer und -träger wichtiger internationaler Kampagnen und Initiativen – wie etwa der zur Entschuldung armer Länder – und haben entscheidenden Einfluss auf die Arbeit im Bereich des Fairen Handels, der zivilen Konfliktbearbeitung und Achtung der Menschenrechte. Einige kirchliche Träger bieten auch Fördermöglichkeiten für entwicklungspolitische Gruppen, Verbände und Vereine.

Wichtige kirchliche Träger der EZ sind z.B. Brot für die Welt, der Evangelische Entwicklungsdienst, das Hilfswerk der Katholischen Kirche MISEREOR und der Fachdienst der katholischen Kirche, die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH).

Der Weltladendachverband

Der Weltladen-Dachverband wurde 1975 als bundesweite Interessenvertretung der Weltläden und Aktionsgruppen gegründet, die auch seine Mitglieder sind. Inhaltliche Grundlage für seine Arbeit und für die Mitgliedschaft ist die Konvention der Weltläden, in der die Grundkriterien für den Fairen Handel der Weltläden festgeschrieben sind. Der Weltladendachverband versteht sich als Dienstleistungsorganisation für seine Mitglieder.

Weltladen-Dachverband e.V.

Ludwigstr. 11

55116 Mainz

Tel.: +49 (0)6131/68907-80

Fax: +49 (0)6131/68907-99


Weitere Informationen unter:
info [at] weltladen [dot] de
www.weltladen.de

Politische Stiftungen

Aufgrund ihrer Nähe zu den politischen Parteien und damit – zumindest zeitweise – auch der Regierungsarbeit, sind die politischen Stiftungen sicher näher an der staatlichen EZ anzusiedeln als andere NRO. Ihre Arbeit in Entwicklungsländern und den ehemaligen Ländern des Ostblocks zielt u.a. auf die Stärkung und Festigung demokratischer Strukturen. Ein Schwerpunkt ihrer entwicklungspolitischen Tätigkeit ist die Stärkung von Gewerkschaften und Parteien – zum Beispiel durch die Förderung ihrer Bildungseinrichtungen und freier Medien. Außerdem unterstützen die Stiftungen Selbsthilfeorganisationen, fördern gesellschaftspolitische Erwachsenenbildung und sozialwissenschaftliche Forschungskapazitäten in den Partnerländern und vergeben Stipendien an ausländische und deutsche Studierende und WissenschaftlerInnen.
 Für ihre Arbeit erhalten auch sie Förderung durch die Bundesregierung. Einige Stiftungen bieten – oft auch auf der Landesebene – Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit.


Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der jeweiligen Stiftung:

Friedrich-Ebert-Stiftung

Friedrich-Naumann-Stiftung
Hanns-Seidel-Stiftung
Heinrich-Böll-Stiftung

Konrad-Adenauer-Stiftung

Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Entwicklungspolitik der Bundesregierung

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

BMZ Logo

Auf Regierungsebene ist die Entwicklungspolitik dem BMZ zugeordnet. Leitmotive seiner Arbeit sind die Bekämpfung der Armut, die Gestaltung der Globalisierung und die Sicherung des Friedens.

Einen wichtigen internationalen Rahmen bildet die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen. Mit dem Aktionsprogramm 2015 hat das BMZ hierfür ein eigenes Umsetzungsprogramm vorgelegt.
 Aber nicht allein das BMZ macht entwicklungspolitische Vorgaben. Der große Einfluss anderer Ministerien – wie z.B. der für Wirtschaft, Außenpolitik, Landwirtschaft und Verteidigung – auf die Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern der 'Dritten Welt' darf nicht unterschätzt werden. 
Eigens zur Beratung von NRO zu Fördermöglichkeiten hat das BMZ 1988 Bengo (Beratungsstelle für private Träger in der Entwicklungszusammenarbeit) eingerichtet.

Fusion von GTZ, DED und InWEnt vollzogen

(epo.de/epn) In Berlin ist die Fusion der staatlichen Entwicklungsorganisationen GTZ, DED und InWEnt vollzogen. Die Geschäftsführungen der drei Organisationen unterzeichneten den Verschmelzungsvertrag. Zugleich unterzeichneten Entwicklungsminister Dirk Niebel und der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Jörg Asmussen, den Gesellschaftervertrag der neuen Organisation, die zu 100 Prozent im Bundeseigentum stehen wird. Die neue Organisation trägt den Namen „Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ). Sie soll die Arbeit des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie der InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH bündeln und am 1. Januar 2011 ihre Arbeit aufnehmen.
Ein Interview mit VENRO: www.fr-online.de/politik/-ich-habe-meine-eigene-agenda-/-/1472596/4925978/-/view/asFirstTeaser/-/index.html
Zur Bestellung des Vorstandes: www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-null-frauen-spitze/

Durchführungsorganisationen

Umgesetzt werden die Entscheidungen des BMZ in erster Linie von den Durchführungsorganisationen, die privatrechtlichen Status haben und deren Eigentümer oder Hauptgesellschafter der Bund ist:

  • GIZ: Zuständig für die Technische Zusammenarbeit.
  • KfW Entwicklungsbank: Zuständig für finanzielle Zusammenarbeit.

Daneben gibt es weitere, auf einzelne Aufgaben spezialisierte Organisationen, wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) oder die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB).

Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen

Seit dem 1.01.2012 vereinigt die neue Servicestelle Engagement Global gGmbH-Service für Entwicklungsinitiativen unter ihrem Dach entwicklungspolitische Einrichtungen, Initiativen und Programme. Erstmalig gibt es eine zentrale Anlaufstelle für die Vielfalt des entwicklungspolitischen Engagements sowie der Informations- und Bildungsarbeit. Sie qualifiziert bedarfsgerecht, vernetzt Institutionen miteinander, unterstützt zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement, private Träger und Einrichtungen. Engagement Global arbeitet im Auftrag der Bundesregierung und wird vom BMZ finanziert.